NS-"Euthanasie"-Verbrechen vor achtzig Jahren

Nachricht vom 26. Juli 2021

An der Gedenkmauer zum früheren Lagergelände sind Tafeln angebracht, die auf das Offene Archiv „Braunschweig – eine Stadt in Deutschland erinnert sich“ in der Gedenkstätte hinweisen. Drei neue Tafeln kommen nun hinzu. So wird auf das Mahnmal für die Braunschweiger „Euthanasie“-Opfer auf dem Stadtfriedhof aufmerksam gemacht. Zwei Tafeln stellen Opfer der Morde an Kranken und Behinderten vor: Hildegard Erika D’Heureuse und Heinrich Waltemate.

Die Tafeln werden in einer Veranstaltung vorgestellt, zu der wir Sie für Dienstag, den 3. August 2021 um 17.00 Uhr einladen. Es sprechen Regina Blume, Projektgruppe "Mahnmal für Braunschweiger NS-'Euthanasie'-Opfer" der Gedenkstätte Friedenskapelle, und Werner Hensel, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschist*innen.

Anlass sind Ereignisse vor 80 Jahren. Am 3. August 1941 hielt der Bischof Clemens August Graf von Galen in Münster eine mutige Predigt, in der er das „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten offen angriff. Die als „Aktion T 4“ bezeichnete Tötungen war zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten.  Auch aus der Landesheil- und Pflegeanstalt Königslutter wurden seit Mai 1941 Patienten in die Tötungsanstalt Bernburg verlegt. Galens Predigt und zahlreiche andere Proteste veranlassten die Machthaber, das Programm vorerst zu stoppen. Die Tötungsmaßnahmen in den Anstalten wurden dennoch später fortgesetzt

Wir freuen uns, Sie zu der Übergabe der Tafeln begrüßen zu können. Leider ist die Teilnahme aufgrund der Pandemiesituation begrenzt. Wir bitten Sie deshalb um Anmeldung, telefonisch unter 0531 2702565 oder unter gedenkstaette@schillstrasse.de. Bei andauerndem Regen findet die Veranstaltung nicht statt.