Erneute Beschmierungen der Gedenkstätte

Nachricht vom 8. Mai 2021

In der Nacht zum 8. Mai 2021 ist die Gedenkstätte Schillstraße erneut beschmiert worden. Um 22.52 Uhr betraten zwei Männer das Gelände der Gedenkstätte und beschmierten mehr als 50 Tafeln an der Gedenkmauer am früheren Lagergelände mit Farbe. Ein Symbolgehalt der Zeichen ist nicht zu erkennen. Auf einer Hinweistafel am Rande der Anlage wurde allerdings ein Hakenkreuz angebracht und ein Aufkleber der Partei Die Rechte hinterlassen. Die Polizei hat die Schändung am Morgen vor der Gedenkfeier des "Bündnis gegen Rechts" entdeckt, Spurensuche und Ermittlungen aufgenommen. Die Beeinträchtigungen werden so schnell wie möglich entfernt.

Die nächtliche Aktion zeigt erneut die völlige Ignoranz der Rechtsradikalen gegenüber der Würde dieses Ortes und der Erinnerung der hier ums Leben gekommenen Opfer. Es ist in kurzer Zeit ein zweiter gezielter Übergriff der Rechtsradikalen, die ihre Absicht der Umdeutung des Gedenkortes in den sozialem Medien angekündigt haben.

Gegenüber solchen Angriffen können Sicherheitsvorkehrungen nur einen unzureichenden Schutz bieten. Der Arbeitskreis Andere Geschichte greift insofern einen Appell auf der gut besuchten Veranstaltung des "Bündnisses gegen Rechts" auf und ruft die städtische Öffentlichkeit auf, die Angebote der Gedenkstätte zu nutzen und daran mitzuarbeiten, diesen Ort noch besser in der Stadt zu verankern. Nur wenn solche Reaktionen deutlich werden, können wir den rechtsradikalen Angriffe entgegen wirken.

 

Gegenüber solchen Angriffen können Sicherheitsvorkehrungen nur einen unzureichenden Schutz bieten. Der Arbeitskreis Andere Geschichte greift insofern einen Appell auf der gut besuchten Veranstaltung des "Bündnisses gegen Rechts" auf und ruft die städtische Öffentlichkeit auf, die Angebote der Gedenkstätte zu nutzen und daran mitzuarbeiten, diesen Ort noch besser in der Stadt zu verankern. Nur wenn solche Reaktionen deutlich werden, können wir den rechtsradikalen Angriffe entgegen wirken.

Bereits am Samstag, den 27. März 2021, veröffentlichte "Die Rechte Braunschweig Hildesheim" auf Telegram ein Video, welches auf dem Gelände der Gedenkstätte Schillstraße nach einer Nazi-Kundgebung gedreht wurde. Pierre Bauer und Achim H. kündigten darin an, nach der "Bürgermeisterwahl" von Pierre Bauer die Gedenkstätte, auch in Bezug zu "unserem Ferdinand von Schill", zu "einem besseren Ort" machen zu wollen.

Der Vorstand des Arbeitskreises Andere Geschichte wehrt sich nachdrücklich und mit allen Mitteln gegen diese Vereinnahmung der Gedenkstätte durch Rechtsradikale, hat den Staatsschutz verständigt und bereitet rechtliche Schritte gegen "Die Rechten Braunschweig Hildesheilm", Pierre Bauer und Achim H. vor.

Der historische Ort des früheren Konzentrationslagers dient der Dokumentation nationalsozialistischer Verbrechen, der Erinnerung und dem Gedenken. Die Gedenkstätte ist ein Ort der Menschenachtung und des respektvollen Umgangs miteinander, des Friedens und der Gerechtigkeit.

Martina Staats - Vorsitzende des Arbeitskreises                 Frank Ehrhardt - Gedenkstättenleiter,